ROHSTOFF-INFO
Der Rohwarenmarkt (inkl. Preisentwicklung) im Oktober 2026
Sonnenblumenkerne Bakery:
In KW 40/41 wird die Produktion in Bulgarien voll durchstarten. Bis dahin bleiben die Rohwarenanlieferungen der Bauern gering. Die hohen Ölpreise lassen keine „günstigen“ Kernpreise zu. Ferner ist die Logistik in der Ukraine massive gestört und kann nicht die notwendige Entlastung bringen. Vorerst bleibt der Markt fest.
Kürbiskerne:
Die Preise in China sind fest und hochpreisig. Die Ernte hat begonnen und im Oktober sollten gute Mengen auf den Rohwarenmärkten in China ankommen. Hier besteht die Hoffnung, dass die Preise dann leicht nachgeben könnten.
Sesam:
Aufgrund der kleineren Ernten ziehen die Preise weiter an. Sobald mehr Nachfrage in den Markt kommt, werden die Preise noch weiter steigen.
Leinsaat:
Größte Sorge bleibt die Logistik und damit verbundene Preiserhöhungen. Russland kann weniger Ware über das schwarze Meer transportieren und weicht auf die Route Belarus aus. Diese Route wird auf für kasachische Leinsaat eingesetzt. Die russischen Transporte werden dort jedoch bevorzugt abgewickelt.
Blaumohn:
Die Erträge liegen unter den Erwartungen. Es wird mit ca. 500 kg pro Hektar gerechnet. Normal wären ca. 700 – 800 kg pro Hektar. Aktuell steigen die Preise eher als das diese nachgeben würden.
Mandeln:
Die Verladezahl für den Monat August beträgt 190 Mio. lbs und somit plus 20 % zum Vorjahresmonat (157 Mio. lbs). Die Ernte ist qualitativ gut, aber eher kleinstückig. Die Vorverkäufe sind schwach und liegen fast 25 % hinter dem Vorjahr. Es wird erwartet, dass die Ernte 2026 <2,7 Milliarden lbs groß sein wird. Wir erwarten einen volatilen Markt, geprägt von Angebot und Nachfrage. Fallende Preise sind aktuell nicht in Sicht.
Haselnüsse:
Die Ernte in der Türkei wird weiterhin als insgesamt gut gesehen. Ca. 700.000 to, Anteil der kleineren Kerne deutlich unter der letzten Ernte. Schäden durch die marmorierte Baumwanze geringer als befürchtet. Die Industrie agiert vorsichtig, aber stabil.
Sultaninen:
Die Türkei erwartet eine sehr große Ernte, was sich schon deutlich auf die Preise ausgewirkt hat. Die Bauern haben bereits am 10. August mit der Ernte begonnen. Die Einkaufspreise liegen deutlich unter den Erwartungen der Bauern. Nach zwei schwierigen Jahren wird die Türkei wieder als Hauptlieferant im Handel auftreten können. Wir erwarten weiterhin moderate Preise.
Äpfel:
Für 2026 wird die EU-Apfelernte auf 9,5 Mio. Tonnen geschätzt. Das entspricht einem Rückgang von 15,6 % gegenüber dem Vorjahr und liegt 14,3 % unter dem Dreijahresdurchschnitt. Trotz der kleineren EU-Ernte rechnen viele Marktteilnehmer zunächst mit einer guten Versorgung. Ausschlaggebend dafür sind die vorhandenen Lagerbestände, sowie die prognostizierten Ernten wichtiger Herkunftsländer außerhalb der EU.
Zucker:
Aufgrund der dritten negativen Proberodung bedingt durch langanhaltende Trockenheit und extreme Hitze, verlangsamt sich das Rübenwachstum erheblich. Neben deutlich geringeren Hektarerträgen wirkt sich die gegenüber dem Vorjahr deutlich reduzierte Anbaufläche negativ auf die Zuckerproduktion aus. Insgesamt dürfte die Zuckerproduktion in Süddeutschland rund ein Drittel niedriger ausfallen als im Vorjahr. Frankreich ist ebenfalls stark von Trockenheit betroffen, was den EU-Markt weiter verknappen könnte.
Molkereiprodukte (weiße Linie):
Die Milchanlieferung lag zuletzt bei etwa 1,6% über dem Vorjahr, auch wenn diese weiterhin saisonal rückläufig ist. Der Markt für flüssigen Rohstoff hat sich etwas beruhigt. Angebot und Nachfrage sind ausgeglichen, auch wenn das Angebot insgesamt begrenzt scheint. Preislich zeigt sich kein klares Bild und es wirkt uneinheitlich. Die zuletzt deutlich ausgeprägten Höchstpreise bei Magermilchkonzentrat und Industrierahm scheinen sich inzwischen etwas abzuschwächen. Die Nachfrage im weißen Sortiment wird insgesamt als saisonüblich und der Jahreszeit entsprechend beschrieben.
Butter:
Der Buttermarkt präsentiert sich derzeit weitgehend stabil. Die Nachfrage nach Konsumbutter bewegt sich auf einem saisonüblichen Niveau und wird durch gezielte Werbeaktionen zusätzlich unterstützt. Im Bereich der Blockbutter zeigt sich aktuell eine verhaltene Nachfrage. Der Markt ist trotz der bereits im Vorfeld umfangreich abgesicherten Mengen derzeit eher ruhig. Insgesamt bewegen sich die Preise auf einem stabilen bis leicht nachgebenden Niveau.
Schnittkäse:
Die Nachfrage nach Schnittkäse wird weiterhin als gut eingeschätzt. Dies gilt sowohl für den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) als auch für den Außer-Haus-Markt. Auch die Exportnachfrage nach Südeuropa und in Drittländer entwickelt sich derzeit positiv.
Das verfügbare Angebot ist insgesamt überschaubar und deckt aktuell den regulären Bedarf. Gleichzeitig werden die Bestände in den Reifelagern weiterhin als vergleichsweise jung und knapp beschrieben. Sollte die saisonal erwartete Belebung der Nachfrage auf ein weiterhin begrenztes Angebot treffen, ist kurzfristig nicht mit einer Entspannung der Marktsituation zu rechnen. Preisforderungen wurden im September bereits umgesetzt; weitere Preisanpassungen für Oktober erscheinen vor diesem Hintergrund durchaus möglich.
Eiprodukte:
Der Eiermarkt zeigt sich derzeit mit einer klar festeren Tendenz. Mit dem flächendeckenden Ende der Sommerferien dürfte die bereits hohe und kontinuierliche Nachfrage weiter anziehen. Gleichzeitig bleibt das Angebot, insbesondere bei Bio- und Freilandeiern, begrenzt.
Am Spotmarkt sind insbesondere bei den höheren Gewichtsklassen bereits erste deutliche Preissteigerungen zu beobachten. Vor dem Hintergrund der saisonal erwarteten Nachfragebelebung und des begrenzten Angebots ist in den kommenden Wochen mit weiter steigenden Eierpreisen zu rechnen.
TK-Himbeeren:
Die Marktsituation bleibt weiterhin angespannt. Die serbische Ernte ist inzwischen abgeschlossen, wobei ein Großteil der verfügbaren Mengen bereits nach Frankreich, Großbritannien und in weitere Absatzmärkte vermarktet wurde. Gleichzeitig hält die Nachfrage aus Polen auf einem hohen Niveau an.
Auch aus der Ukraine werden aufgrund der anhaltend starken Nachfrage weiterhin hohe Rohwarenpreise aufgerufen. Darüber hinaus bestehen die Anbieter zunehmend auf finanzielle Vorleistungen, was die Beschaffungssituation zusätzlich erschwert.
