ROHSTOFF-INFO
Der Rohwarenmarkt (inkl. Preisentwicklung) im August 2026
Sonnenblumenkerne Bakery:
Die Pflanzen stehen gut auf den Feldern und fangen an die Kerne auszubilden. Es werden leicht sinkende Preise erwartet. Gund ist die aktuell mangelnde Nachfrage und die Aussicht auf eine gute Ernte, sofern die Hitze Ende Juli/Anfang August ausbleibt.
Kürbiskerne:
Die Preise in China ziehen seit Wochen an, aber sie werden von den Kunden nicht bezahlt. Ein großer Preistreiber sind die Frachtraten. Bleibt abzuwarten wer sich zuerst bewegen muss. Verkäufer oder Käufer. Die Preise in China bleiben vorerst auf dem neuen, höheren Niveau. Neue Ernte wird noch nicht angeboten.
Sesam:
Der Markt hat nun endgültig gedreht und ist bullish. Die fundamentalen Daten sprechen alle für einen festen Markt bis mindestens Ende des Jahres. Dann erst sind alle Ernte eingefahren.
Leinsaat:
Die Einsaat in Kasachstan verläuft ohne Probleme. Die Wetterumstände sind gut, so wie ausreichend Feuchtigkeit im Boden. Es wird eine ähnliche Einsaat wie im Jahr 2025 erwartet, der Ertrag wird vermutlich geringer ausfallen. Es kann noch viel passieren, bis die Ernte in 5 -6 Monaten zur Auslieferung ansteht.
Blaumohn:
Die ersten Mengen sind nur geerntet. Die Erträge sehen gut aus. Die Preise könnten in den kommenden Wochen leicht nachgeben. Allerdings haben die tschechischen Bauern einen finanziell langen Atem, daher besteht bei den meisten Bauern kein unmittelbares Bedürfnis zu verkaufen.
Mandeln:
Die Verschiffungszahlen für den Monat Juni waren mit plus 14% sehr stark. Der Ernteüberhang fällt gering aus und die Prognose für die Ernte 2026 bleibt unverändert bei 2,7 Milliarden lbs. Bei hohen und steigenden Frachtraten ist aktuell kein Raum für Preisreduzierungen.
Haselnüsse:
Der Markt ist nicht vorhersehbar. Aktuell zeigt die Tendenz auf fallende Preise. Die positiven Ernteprognosen, sowie die Finanzierungskosten führen dazu, dass die Anbieter ihre Lagerbestände verkaufen wollen. Es wird einen Carry over von 150.000 bis 250.000 kg geben. Die Ernteprognose aktuell ist positiv. Der Absatz ist deutlich zurückgegangen.
Sultaninen:
Alle Augen sind auf die Türkei gerichtet. Der Markt fokussiert sich ganz auf die neue Ernte in der Türkei. Die Preise haben sich nun seit Wochen reduziert und pendeln sich langsam ein. Das neue Preisgefüge findet immer mehr Anklang bei den Kunden.
Sauerkirschen:
Die Preise für die neue Ernte sind immer noch in der Findungsphase. Es gibt einfach zu wenig Sauerkirschen, um den kompletten Markt zu bedienen.
Zucker:
Der EU-Markt bleibt stabil, doch die Preisbildung für 2026/27 wird von widersprüchlichen Faktoren geprägt. Auf der einen Seite belasten geringere Rübenanbauflächen, gestiegene Produktionskosten, sowie Hitze- und Trockenrisiken die Preisentwicklung. Auf der anderen Seite wirken sich die Bestandsreserven, ein rückläufiger Verbrauch in der Gesellschaft und niedrige Weltmarktpreise dämpfend aus. Die Anbaufläche für Rüben in der EU liegt gegenüber dem Vorjahr etwa 10% niedriger und in Deutschland bei ca. 12,4%. Die klimatischen Bedingungen, insbesondere in Deutschland und Frankreich, bleiben aufmerksam im Fokus, da die anhaltende Dürre die Situation deutlich beeinflusst.
Molkereiprodukte (weiße Linie):
Die Milchanlieferung scheint sich nach den jüngsten hitzebedingten Rückgängen wieder zu stabilisieren und das vorherige Niveau zu erreichen. Trotz der saisonal üblichen Rückgänge liegt die Anlieferungslinie weiterhin deutlich über dem Vorjahresniveau. Der Spotmarkt für Milch entwickelt
sich aktuell hingegen nicht mehr ganz so dynamisch wie in den Vorwochen. Die Situation am Markt für flüssigen Rohstoff hat sich gefestigt.
Butter:
Am Markt für abgepackte Butter sorgt die Ferienzeit für eine saisonal normale, witterungsbedingt verhaltene Nachfrage. Zusätzliche Nachfrageimpulse bleiben aus. Bei Blockbutter zeigt sich weiter eine belebte Nachfrage. Vor allem Händler möchten sich größere Mengen sichern. Preislich zieht die Ware weiter an. In Kempten war die letzte Notierung zur Vorwoche erhöht.
Schnittkäse:
Der Markt für Schnittkäse zeigt sich insgesamt ausgeglichen. Die geringere Rohstoffverfügbarkeit führt teilweise zu Produktionseinschränkungen. Während die Erlöse für Schnittkäse aus kurzfristigen Abschlüssen im Juli zunächst nachgaben, sind die niedrigsten Preise inzwischen aufgrund des rückläufigen Rohstoffaufkommens in Europa wieder vom Markt verschwunden. Die weitere Preisentwicklung bleibt abzuwarten.
Eiprodukte:
Die aktuelle Marktlage entspricht einer normalen saisonalen Entwicklung. Die Konsumnachfrage nach frischen Eiern ist saisonbedingt weiter schwach und dürfte sich durch die beginnenden Sommerferien in weiteren Bundesländern vorerst nicht erholen. Es stehen ausreichende Mengen aus allen Haltungsformen zur Verfügung. Zuletzt sanken die Preise für Eier auf dem freien Markt deutlich.
Erdbeeren:
Verfügbaren Mengen nehmen nach Ernteabschluss ab, was zu einer leicht verknappten Angebotslage führt. Die Nachfrage bleibt aktuell stabil, weshalb die Preise sich seitwärts bewegen
Heidelbeeren:
Die Ernte TK-Wildheidelbeeren in Ukraine begann vor etwa zwei Wochen. Da Kühlhäuser und Lager leer sind, steigt die Nachfrage deutlich. Vor allem zwei finanzstarke Unternehmen konkurrieren um die Rohware, wodurch die Preise zunächst auf Vorjahresniveau bleiben. In Kanada beginnt die Ernte erst im September. Erste Lieferungen finden voraussichtlich im November/Dezember statt. Alternativ könnten deutsche Kulturheidelbeeren eine preislich attraktive Option darstellen, mit tendenziell stabileren Preisen, kurzen Transportwegen und guter Nachverfolgbarkeit.
Himbeeren:
Serbische TK-Himbeeren Ernte hat begonnen und geht bis Ende Juli. Mengen sind gering. In der Ukraine beginnt die Herbstsorte ab August und die ersten Lieferungen erfolgen ca. ab September. Bei Bedarf sollte eine Deckung aus Serbien geprüft werden; ansonsten auf Lieferungen aus der Ukraine warten.
Pflaumen:
Im Bereich der Konserve gibt es keine freien Mengen mehr. Auch mit neuer Ernte 2026, verfügbar ab circa Mitte August, erwartet man, dass die Preise auf einem höheren Niveau im Vergleich zu diesem und dem letzten Jahr verharren. Begründet mit der höheren Nachfrage bei kurzfristig unverändertem Angebot.
Rhabarber:
Preise sind derzeit stabil. Der zweite Schnitt wird in den kommenden Wochen erwartet.
TK-Sauerkirschen:
Derzeit zieht man die Offerten aus Serbien für TK-Sauerkirschen zurück. Sie wollen sich an Polen orientieren und hoffen die Preise nach oben zu treiben. Polen startet voraussichtlich ab dem 20. Juli. Hintergrund ist eine starke Nachfrage aus den USA, da die Versorgung echter Montmorency-Kirschen aufgrund eines historischen Ernteausfalls kritisch ist.
