Technologischer Fachbeitrag
Energieeinsparung in Bäckereien
Die Energieeinsparung in Bäckereien geht bundesweit seit Jahren voran, allerdings nur in mittleren und größeren Bäckereien. Bei kleineren Bäckereien kommen die Energieeinsparungssysteme sehr schleppend voran, obwohl hier sehr großes Potenzial vorliegt. Natürlich ist es immer eine Frage der Amortisationszeit. Aber wenn man hier fünf oder sechs Jahre akzeptiert, dann kommt man damit gut zurecht.
Wo kann man denn in der Produktion einsparen?
- Wärmerückgewinnung
- Energieeffiziente Antriebe
1. Wärmerückgewinnung (WRG)
Die Wärmerückgewinnung bietet ein großes Potenzial an Einsparung. Es gibt hier aber eine bedeutende Anzahl an Fallstricken.
Folgende Funktionen kommen hier zum Tragen:
1.1. Die Wärme auf einen Wärmeträger (Wasser) übertragen und dann speichern.
1.2. Einspeisung in Systeme mit effektiver Nutzung der Energie.
Für 1.1 reichen einfache Wärmetauscher, passende Volumenströme und dann unter Umständen ein Speicher.
Für 1.2 allerdings werden sinnvolle Wärmerückgewinnungskonzepte von Experten benötigt, wobei hier der 2. Hauptsatz der Thermodynamik entscheidend ist.
Der 2. Hauptsatz der Thermodynamik sagt aus, dass die Energie in einem System gleichbleibt und die Wärme nur vom wärmeren auf den kälteren Gegenstand fließen kann.
Die Aussage klingt relativ einfach, allerdings werden in der Praxis hier in über 85 % der Fälle Fehler gemacht, sodass das Wärmerückgewinnungssystem ganz oder phasenweise unwirksam wird. Damit wird auch die relativ hohe Investition unsinnig.
Wärmerückgewinnungssysteme können entweder wirkungsvoll in fossilen Öfen oder in Kälteanlagen umgesetzt werden. Auch in Kälteanlagen gibt es weitere spezielle Fallstricke.
Wärmerückgewinnungssysteme in Kälteanlagen können im Prinzip nur von Kälteexperten konzipiert werden, da nicht nur die Punkte 1.1 und 1.2 berücksichtigt werden müssen, sondern es muss der gesamte interne Kältekreislauf durchleuchtet werden. Dabei spielt auch der Einsatz von bestimmten Kältemitteln eine Rolle.
Insgesamt kann man sagen, dass Wärmerückgewinnungssysteme sehr wirkungsvoll sein können, aber von Experten, insbesondere Kälteexperten, geplant werden sollten.
Beispiele für Wärmerückgewinnungssysteme:
- Bei nachfolgendem Beispiel wurde die Wärmerückgewinnung von fossilen Backöfen nachträglich in das System integriert. Zum einen wird hier Brauchwasser erwärmt und zusätzlich die überschüssige Energie, die nicht dem Brauchwasser zugeführt werden kann, durch eine intelligente Steuerung in die Heizung eingespeist. Dazu wurde dann ein zusätzlicher Speicher mit Wärmetauscher hinzugefügt.
Betriebsgröße: 17 Mitarbeiter, Einsparung 52.900 kWh/a
- Bei nachfolgenden Beispiel wurde die Wärmerückgewinnung von fossilen Backöfen und von Kälteanlagen nachträglich in das Heizsystem integriert. Hier wird also die Wärme genutzt, um Brauchwasser zu erwärmen, wird aber auch für das Heizsystem genutzt.
Betriebsgröße: 12 Mitarbeiter, Einsparung 28.500 kWh/a
Es wurden hier ausschließlich Beispiele aus kleineren Bäckereien gewählt.
Diese Beispiele verdeutlichen, dass effiziente Wärmerückgewinnungssysteme nicht nur in größeren Bäckereien stattfinden können, sondern auch sinnvoll in kleineren Bäckereien umgesetzt werden können. Die Amortisationszeiten liegen hier dann zwischen 4 und 7 Jahren. Beide Systeme wurden durch die Bafa mit 26.000 € bzw 20.000 € gefördert.
2. Energieeffiziente Antriebe
Auch hier sind Einsparungen möglich. Das können durch spezielle Steuerungen oder durch frequenzgeregelte Antriebe umgesetzt werden. Standardmäßig werden heute Pumpen frequenzgeregelt eingesetzt. Prozentual ist die Einsparung dabei relativ hoch.
Pumpen werden eingesetzt in Wasserkreisläufe, z.B. Kühlwasser, Heizung ect..
Antriebe gibt es aber auch bei speziellen Produktionsmaschinen oder Förderbändern.
Auch hier sind prozentual große Einsparung möglich.
Förderung:
Das Bundesministerium fördert über die Bafa Investitionen in Energieeffizienz, aber auch bei Einsatz bei Kälteanlagen mit natürlichen Kältemitteln oder Umstellung von fossilem Betrieb auf elektrischen Betrieb (zum Beispiel Backöfen) unterstützt die Bafa über akkreditierte Energieberater.
Die Förderhöhe beträgt je nach Betriebsgröße zwischen 25 und 45 %, abhängig von der Einsparung. Die KMUs (kleine und mittelständische Unternehmen bis 250 Mitarbeiter) werden noch einmal unterschieden in kleine Unternehmen (bis 49 Mitarbeiter) und mittlere Unternehmen, diese Unterscheidung bestimmt dann noch einmal die Förderhöhe in 45% und 35%.
Nachfolgend eine Grafik mit Darstellung von Einsparmöglichkeiten in Bäckereien:
Autor: Wille Verfahrenstechnik & Engineering e.K., Bafa Energieberater EB903157,
Bei Fragen rund um das Thema Energieeinsparung in der Bäckerei wenden Sie sich gerne jederzeit an das Dienstleistungscenter Ihrer BÄKO WEST eG.
Ansprechpartner bei der BÄKO WEST eG
Andreas Leenings
E-Mailadresse: leenings@baekowest.de
Telefon: 0234-8790366
